Die Landschaft im Regionalforstamt ist geprägt durch die drei Flüsse Rhein, Sieg und Erft, die dem Forstamt seinen Namen geben. Der regionale Zuständigkeitsbereich umfasst die beiden Landkreise Rhein-Erft und Rhein-Sieg sowie die beiden Großstädte Köln und Bonn. Der nördlichste Ausläufer ragt bis Wuppertal und im Süden grenzt das Regionalforstamt an die Landesgrenze von Rheinland-Pfalz.
Der Sitz des zum Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen gehörenden Regionalforstamtes ist in Eitorf. Ein weiteres Dienstgebäude befindet sich in Bonn. Vor Ort kümmern sich 27 Försterinnen und Förster in den Forstbetriebsbezirken um die Pflege des Waldes mit seinen vielfältigen Ökosystemleistungen.
Wir informieren Sie gerne. Sprechen Sie uns einfach an – wir freuen uns auf Sie!
Unsere Aufgaben
Wir engagieren uns für die nachhaltige Sicherung und Entwicklung aller Leistungen des Waldes für die 2,4 Millionen Menschen in der Region.
Wir kümmern uns um
- die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes,
- die naturnahe Bewirtschaftung des Staatswaldes,
- die Betreuung des Privat- und Körperschaftswaldes,
- den Erhalt und Sicherung des Waldes in Planverfahren,
- die Umweltbildung für unterschiedlichste Zielgruppen,
- die Produktion von forstlichem Saat- und Pflanzgut für die Nachzucht von Waldbäumen und seltenen Baum- und Straucharten,
- die Aus- und Fortbildung in forstlichen und Verwaltungsberufen.
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Der Wald im Forstamtsbereich ist sehr vielfältig. Die Laubwälder prägen das Bild in der niederrheinischen Bucht. In den rechts- und linksrheinisch angrenzenden Mittelgebirgen (Bergisches Land bzw. Eifel) sind im Zuge der Jahrhundert-Borkenkäferkalamität als Folge des Klimawandels seit 2018 nahezu alle Fichtenwälder abgestorben. Eine Fläche von ca. 7.000 Hektar ist nahezu komplett wieder mit gemischten, klimastabilen Wäldern bewaldet. Neben der Fichte haben aber auch die alten Laubbäume wie Buche, Eiche und Esche unter den Trockenjahren und auftretenden Folgeschäden gelitten. In den Laubholzaltbeständen ist es daher erforderlich, zeitnah die Naturverjüngung und damit eine unterschiedliche Altersstruktur mit möglichst vielen verschiedenen Baumarten zu fördern. So versuchen wir, den Wald möglichst fit für den Klimawandel zu entwickeln.
Ein knappes Drittel der Wälder im Forstamtsbereich ist als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen, darunter das Siebengebirge. Es ist nach der Lüneburger Heide das zweitälteste NSG Deutschlands. Hier orientiert sich die Waldpflege an naturschutzfachlichen Zielen. In den Wildnisentwicklungsgebieten und Naturwaldzellen ruht jede forstliche Nutzung.
Wir engagieren uns in der Renaturierung von Moorflächen in den Wäldern und tragen so nicht nur zum Naturschutz bei, sondern unterstützen auch beim Hochwasserschutz.
Die Kalamitätsflächen werden erst in vielen Jahren wieder zu einem CO2-Speicher. Daher ist es umso wichtiger, das CO2 durch die Verwendung von Holz dauerhaft zu binden. Der Öko-Rohstoff produziert beim Wachstum Holz, in dem das klimaschädliche CO2 Grundbaustein ist. Bei der Nutzung des Holzes etwa für Hausbau oder Möbel bleibt nicht nur der Kohlenstoff gespeichert. Zugleich wird auch weniger CO2 in die Luft abgegeben, weil das Holz energieaufwendig hergestellte Materialien wie Stahl und Beton ersetzt.
Bei der Holzernte verfolgt Wald und Holz NRW konsequent das Prinzip der Nachhaltigkeit: Es wird grundsätzlich nicht mehr Holz eingeschlagen als nachwächst.
Die Villewälder zwischen Köln und Bonn beherbergen eines der größten, zusammenhängenden Vorkommen der Eichen-Hainbuchenwälder auf hydromorphen Böden (LRT 9160) in Westdeutschland. Das Waldgebiet zeichnet sich durch seinen hohen Altwaldanteil mit bis zu 250-jährigen Eichen aus. Es ist Lebensraum für europaweit geschützte Specht- und Fledermausarten wie Mittelspecht und Bechsteinfledermaus. Das Projektgebiet umfasst die vier Natura 2000-Gebiete „Waldreservat Kottenforst“ (DE-5308-303), „Waldville“ (DE-5207-301), „Villewälder bei Bornheim“ (DE-5207-304) und „Altwald Ville“ (DE-5207-303) mit einer Gesamtfläche von 4.378 Hektar.
Wesentliche Ziele des in 2014 gestarteten Projektes sind die Wiedervernässung von Waldstandorten sowie Maßnahmen zur Förderung von Amphibien und zum Schutz artenreichen Waldwiesen.
Im Kottenforst bei Bonn hat das Forstamt drei Marteloskope eingerichtet. Dieser Begriff leitet sich aus dem Französischen „martelage“ (markieren, schlagen) und griechischen Wort „skopein“ (anschauen, betrachten) ab. Auf diesen jeweils 1 Hektar großen waldbaulichen Demonstrations- und Übungsflächen sind alle Bäume kartiert und mit allen relevanten Daten aufgenommen. Dazu zählen nicht nur Messdaten wie Höhe, Durchmesser oder Kronenansatz, sondern auch ökologische Merkmale wie Baumhöhlen, Totholzanteile oder Flechtenbesatz. So können Fachleute aus Forst, Naturschutz, Wissenschaft sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Aspekte des Waldmanagements aus unterschiedlichsten Blickwinkeln miteinander diskutieren und z.B. lernen, wie Naturschutzziele in die Waldbewirtschaftung integriert werden können.
Ansprechpartner: Josef Ruda (Josef.Ruda[at]wald-und-holz.nrw.de (Josef[dot]Ruda[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de)), Daniel Braun (Daniel.Braun[at]wald-und-holz.nrw.de (Daniel[dot]Braun[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de))
Die Waldfläche privater und kommunaler Waldbesitzer umfasst 34.000 Hektar. Rund 4.000 Waldbesitzerinnen und -besitzer des meist sehr klein strukturierten Privatwaldes mit einer Fläche von 14.000 Hektar haben sich zu 17 Forstbetriebsgemeinschaften zusammengeschlossen und werden von 13 Revierleiterinnen und -leitern ortsnah fachlich beraten und per Dienstleistungsvertrage betreut.
Der Jagd kommt aktuell eine besondere Bedeutung zu, da sie maßgeblich dazu beitragen kann, den Prozess der Wiederbewaldung möglichst ressourcenschonend und ohne teure Schutzmaßnahmen zu gestalten. Außerdem hilft sie dabei, das Ausbreitungsrisiko von Tierseuchen wie z.B. der Afrikanischen Schweinepest einzudämmen.
Neben Wildschweinen kommt im Forstamt Reh-, Dam- und Rotwild vor. Diese Schalenwildarten verbeißen bei ihrer Suche nach Nahrung die Knospen der jungen Bäume und können die Verjüngung des Waldes erheblich beeinträchtigen. Der Verbiss verhindert an vielen Flächen das Wachstum der Hauptbaumarten Eiche und Buche sowie weiterer ökologisch wichtiger Begleitbaumarten, so dass ein gemischter Wald keine Chancen hat.
Die Ausübung der Jagd in Nordrhein-Westfalen soll tierschutzgerecht und nachhaltig erfolgen und dazu beitragen, naturnahe Forstwirtschaft auf ganzer Fläche zu ermöglichen. Dabei steht das waldorientierte Jagen unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Belange im Vordergrund.
Jagdliche Angebote
Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen nutzt die Jagd auf den landeseigenen Flächen durch Verpachtung von Eigenjagdbezirken, Vergabe von Pirschbezirken, Vergabe von Jahres- und Intervalljagderlaubnisscheinen sowie Durchführung von Ansitzdrückjagden. Engagierte Hundeführerinnen und Hundeführer sind herzlich willkommen. Sie können selbstverständlich entgeltfrei an den Drückjagden teilnehmen und erhalten hierfür unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich eine Aufwandsentschädigung. Jagdinteressierte können sich unter Jagd-RFA04[at]wald-und-holz.nrw.de (Jagd-RFA04[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de) melden. Zu den Jagdmöglichkeiten
Anfragen von interessierten Schulklassen oder weiteren Gruppen zu unseren waldpädagogischen Angeboten richten Sie bitte an michael.priesterath[at]wald-und-holz.nrw.de (michael[dot]priesterath[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de) oder für den Rhein-Erft-Kreis an jonathan.mann[at]wald-und-holz.nrw.de (jonathan[dot]mann[at]wald-und-holz[dot]nrw[dot]de).
Im Regionalforstamt gibt es zwei Stellen für den Bundesfreiwilligendienst für die Umweltbildung und den Naturschutz.
Grafiken zu
Baumarten- und Waldbesitzverteilung
Hinweis: Die Grafiken basieren auf der Landeswaldinventur 2022. Infolge der Borkenkäferkalamität und der damit verbundenen Waldschäden sowie durch die Wiederbewaldung kann sich die tatsächliche Baumartenverteilung vor Ort inzwischen verändert haben.