Das Forstamt Niederrhein, mit Sitz in Wesel, erstreckt sich über den gesamten unteren Niederrhein und umfasst eine Fläche von gut 4.000 Quadratkilometern. Von dieser Fläche sind nur rund 16 Prozent bewaldet – etwa 64.800 Hektar – was deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 28 Prozent liegt.
Im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes liegen die Kreise Viersen, Kleve und Wesel, der Rhein-Kreis Neuss sowie der kreisfreien Städte Düsseldorf, Mönchengladbach und Krefeld.
Bei allen Fragen zum Wald am Niederrhein wenden Sie sich gerne an uns.
Wir freuen uns auf Sie!
Unsere Aufgaben
Obwohl oder vielleicht auch weil es am Niederrhein so wenig Wald gibt, hat der Wald mit all seinen hervorragenden Eigenschaften hier einen besonders hohen Stellenwert.
Er dient uns Menschen und unzähligen anderen Lebewesen als Erholungs-, Rückzugs- und Lebensraum, reinigt und produziert die Luft, die wir atmen. Er filtert Wasser, bindet das klimaschädliche CO2, schützt vor Lärm und Überschwemmungen. Er prägt das Landschaftsbild und produziert den wichtigen und vor allem nachhaltigen Rohstoff Holz.
All diese Talente gilt es zu wahren. Dafür leisten tagtäglich rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Regionalforstamt Niederrhein wichtige Arbeit.
Als Forstbehörde kümmern wir uns darum, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen umgesetzt und bewahrt werden. Außerdem stehen wir für die Beratung von Waldbesitzerinnen und -besitzern sowie für die aktive Beförsterung von privaten und kommunalen Wäldern zur Verfügung. Darüber hinaus kümmern wir uns um die Betreuung der landeseigenen Waldflächen sowie um große Teile der Offenlandflächen entlang des Rheins.
Die Hauptaufgabe des Forstamtes besteht in der Erhaltung und Verbesserung des Waldes am Niederrhein. Hier müssen Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion in Einklang gebracht werden. Das ist aufgrund sehr unterschiedlicher Anforderungen von uns Menschen aber vor allem von Tier- und Pflanzenarten, die im Wald leben und wachsen, eine anspruchsvolle Aufgabe.
Durch die unmittelbare Nähe zum Ballungsraum Ruhrgebiet hat die Naherholung einen besonders hohen Stellenwert in der Region. Hierdurch entstehen vielerorts Konflikte zwischen Schutz- und Nutzfunktionen, die durch die Arbeit des Forstamtes gelöst oder im Vorfeld vermieden werden.
Um das Verständnis für die Bedeutung aller Funktionen zu vermitteln und so Konflikten vorzubeugen, widmen wir uns intensiv der Umweltbildung. Hierbei vermitteln Försterinnen und Förster den Menschen unterschiedlichen Alters die Zusammenhänge und vielfältigen Funktionen des Waldes.
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Der Wald am Niederrhein ist vor allem historisch durch seine kleinen Strukturen geprägt, die vor allem durch die landwirtschaftliche Nutzung und eine hohe Infrastrukturdichte entstanden sind. Auch die Lage im Realteilungsgebiet, wobei durch eine gleichberechtigte Verteilung bei Vererbung an alle Erbberechtigten die Eigentumsflächen immer kleiner wurden, hat zu den heutigen Strukturen geführt.
Im Zuge des zweiten Weltkrieges wurden viele Wälder am Niederrhein zerstört oder durch nachfolgende Reparationshiebe (Schadenersatzleistungen, die Deutschland an die Alliierten erbringen musste) abgeholzt. Um den Bedarf an Holz nach dem Krieg, vor allem für Wiederaufbau und den Bergbau im Ruhrgebiet zu sichern, wurde am Niederrhein auf die Baumart Kiefer gesetzt, die gut mit den örtlichen Begebenheiten zurechtkommt und schnell wächst. So ist der Niederrhein heute zwar überwiegend durch Laubwald mit großen Anteilen an Buche und Eiche geprägt. Die Kiefer macht aber einen überdurchschnittlichen Anteil in der Baumartenverteilung aus.
Wie in ganz Nordrhein-Westfalen ist die Waldbesitzstruktur des Niederrheins mit 76 Prozent sehr durch Privat- und Kommunalwald geprägt. Zusammen umfasst deren Fläche ca. 47.000 Hektar und verteilt sich auf über 19.000 Waldbesitzende. Sie besitzen häufig nur sehr kleine Flächen. Mehr als 2.000 dieser Waldbesitzenden haben sich in so genannten Forstbetriebsgemeinschaften zusammengeschlossen, welche in großen Teilen von Försterinnen und Förstern des Regionalforstamtes beraten und betreut werden. Wir helfen Ihnen gerne bei sämtlichen Fragen rund ums Thema Wald und der Umsetzung von forstlichen Maßnahmen weiter. Sprechen Sie uns einfach an.
Ein Viertel der Wälder im Forstamtsbereich ist als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Hier orientiert sich die Waldbewirtschaftung besonders an naturschutzfachlichen Zielen.
In den Wildnisentwicklungsgebieten, die der Natur überlassen wurden, damit sie sich ungestört und nach ihren eigenen Regeln entwickeln können, wird auf jegliche menschliche Eingriffe verzichtet. Gleiches gilt für die Naturwaldzellen, die vor allem der Erforschung natürlicher Prozesse im Wald dienen.
Gut 1.200 Hektar Offenlandflächen entlang des Rheins von Rheinberg bis Emmerich, wie zum Beispiel die große und kleine Flutmulde auf der Bislicher Insel, für die auch das Forstamt zuständig ist, stehen vollständig unter Naturschutz und werden entsprechend extensiv bewirtschaftet. Gleichzeitig sind sie auch teilweise FHH-Gebiete und Teile des zweitgrößten Vogelschutzgebietes Nordrhein-Westfalens.
Neben seinen vielfältigen Aufgaben hat das Forstamt noch eine weitere besonders wichtige: Es bildet verschiedene Berufsgruppen aus. So werden neben Forstreferendarinnen und -referendaren sowie Forstinspektoranwärterinnen und -anwärtern auch Bürokaufleute im Forstamt in Wesel ausgebildet. Die weit größte Gruppe an Auszubildenden machen aber die Forstwirtinnen und Forstwirte aus. Hier werden an drei Standorten am Niederrhein, betreut durch Forstwirtschaftsmeister und Forstwirtgesellen, junge Menschen für die vielfältigen Aufgaben im Wald ausgebildet.
Grafiken zu
Baumarten- und Waldbesitzverteilung
Hinweis: Die Grafiken basieren auf der Landeswaldinventur 2022. Infolge der Borkenkäferkalamität und der damit verbundenen Waldschäden sowie durch die Wiederbewaldung kann sich die tatsächliche Baumartenverteilung vor Ort inzwischen verändert haben.