Regionalforstamt Münsterland

Unser Forstamt ist zuständig für den Wald im Münsterland von der Landesgrenze zu Niedersachsen im Norden bis zu den Ausläufern des Ruhrgebietes im Süden und von den Niederlanden im Westen bis zur Hügellandschaft der Beckumer Berge im Osten.

Die gezeichnete Collage zeigt den Wald mit verschiedenen Baumarten, verschiedene Landmarken und Försterinnen und Förster bei der Arbeit.

Der Sitz unseres Regionalforstamtes ist in Münster. Es ist eines von 15 Forstämtern des Landesbetriebs Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. Die 29 Försterinnen und Förster in den Forstbetriebsbezirken sind für Sie vor Ort erste Ansprechpersonen rund um alle Themen des Waldes.

Wenn Sie Fragen an uns haben: Melden Sie sich gern. Wir freuen uns auf Sie!

Unsere Aufgaben

Wir engagieren uns für die nachhaltige Sicherung und Entwicklung aller Leistungen des Waldes für die 1,6 Millionen Menschen im Münsterland, unter anderem durch: 

  • Sicherung von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes
  • Naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes
  • Dienstleistungen für den Privat- und Körperschaftswald
  • Erhalt und Sicherung des Waldes in öffentlichen Planverfahren
  • Umweltbildung für alle Altersgruppen
  • Aus- und Fortbildung in Forst- und Verwaltungsberufen durch Bereitstellung von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen für Schulabgänger (Forstwirtinnen und Forstwirte, Bürokaufleute), Studierende und Hochschulabsolventen (Forstinspektoranwärterinnen und -anwärter sowie Forstreferendarinne und -referendare) 
Die Sonne scheint zwischen Eichen in einem dichten Wald hindurch.

Das vergleichsweise waldarme Münsterland ist in weiten Teilen landwirtschaftlich und vereinzelt urban geprägt. Veranschaulicht wird dies auch durch den vergleichsweise geringen Waldanteil in der Region, der mit 17 % deutlich unter dem Landesdurchschnitt mit 28 % liegt.

Die Region besteht zum größten Teil aus Flachland und wird von Westen nach Osten zunehmend vereinzelt von sanften Hügeln durchzogen. Ganz im Norden hat die Landschaft durch den Teutoburger Wald Mittelgebirgscharakter. Ebenso vielseitig wie die Landschaft sind auch die Wälder des Münsterlandes. Sie sind die oft kleinflächig und fügen sich inselartig in das Landschaftsbild ein, so dass der Eindruck einer Parklandschaft entsteht. Alte Eichenwälder auf vielfach staunassen Boden prägen insbesondere den Süden und Süd-Osten der Region, wohingegen im Westen und Nord-Westen Kiefernwälder auf Sandböden häufig vorkommen. Im Norden sind durch den Anteil am Teutoburger Wald mittelgebirgstypische Waldbilder mit Buchenmischwäldern vorhanden. Die dort früher vorhandenen hohen Anteile der Fichte sind nach den Schäden der vergangenen Jahre nahezu vollständig verschwunden.

Auch wenn die Wälder des Münsterlandes von den Katastrophen der vergangenen Jahre bisher weitestgehend verschont geblieben sind, müssen auch hier in den kommenden Jahrzehnten über eine aktive Waldbewirtschaftung neue, klimastabile Mischwälder etabliert werden. Denn nur so können die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes im Münsterland dauerhaft für die Zukunft gesichert werden.

Das Münsterland besitzt heute den höchsten Privatwaldanteil in Nordrhein-Westfalen. Dies resultiert aus einem fundamentalen strukturellen Wandel der vergangenen 300 Jahre, der das regionale Landschaftsbild bis heute nachhaltig prägt.

Im 18. Jahrhundert gab es trotz eines Waldanteils von 25 % kaum Wälder heutiger Prägung. Rund 60 % der Flächen waren genossenschaftlicher Allmendebesitz in Form von Markgenossenschaften, die durch Waldweide, Streu- und Holzgewinnung der nutzungsberechtigten Höfe stark devastiert waren. Weitere 25 % befanden sich im Eigentum der Kirche, während die restlichen 15 % den Landesherren gehörten.

Das 19. Jahrhundert brachte eine grundlegende Neuordnung. Im Zuge der Säkularisation ab 1803 fiel ein Teil des aufgelösten Kirchenbesitzes an den preußischen Staat, mit dem anderen Teil wurden linksrheinische Fürsten entschädigt. Ab 1810 begann unter französischer Herrschaft die Auflösung der Markenwälder, was durch preußische Teilungsordnungen später forciert wurde. Das Gemeinschaftseigentum wurde in Realeigentum umgewandelt und auf die Bauern übertragen. So entstanden aus wenigen Allmenden Tausende private Waldeigentümer. Der Privatwaldanteil stieg auf 81 %, während Staatswald (10 %) und Körperschaftswald (9 %) den Rest bildeten.

Zur wirtschaftlichen Nutzung und Deckung des Grubenholzbedarfs im Ruhrbergbau forsteten die Eigentümer ihre Flächen vielfach mit Nadelholz auf. Dass die Region heute dennoch zu über 70 % von Laubholz geprägt ist, liegt neben schweren, feuchten Böden an der Tradition des bäuerlichen Waldes. Über Jahrhunderte war die Eichelmast der Schweine (Huteweide) die Existenzgrundlage der Höfe; zudem blieb Eichenholz als Baumaterial für Fachwerkhäuser unverzichtbar. Kleinwaldbesitzer hielten an ihren Hofgehölzen fest, wodurch sich das Laubholz behauptete.

Um die Strukturhindernisse aus der historischen Besitzzersplitterung zu überwinden, wurden auch im Münsterland in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Forstbetriebsgemeinschaften gegründet. In diesen ist zurzeit knapp die Hälfte des Privatwaldes und ein Großteil des Körperschaftswaldes zusammengeschlossen, um die Flächen wirtschaftlich, effizient und nachhaltig zu bewirtschaften. 22 der 24 Forstbetriebsgemeinschaften im Münsterland sind Mitglied der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Münsterland, die inzwischen auch Zusammenschlüsse im Ruhrgebiet umfasst.

Rund 81 Prozent oder 81.500 Hektar des Waldes im Münsterland befinden sich in privatem Eigentum von ca. 13.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Hierdurch ergibt sich für das Regionalforstamt ein Schwerpunkt in der Beratung und Betreuung des privaten Waldbesitzes.

Über Dienstleistungsverträge werden aktuell von 26 Försterinnen und Förstern die 24 Forstbetriebsgemeinschaften im Münsterland mit ihren rund 5.000 privaten und kommunalen Mitgliedern forstfachlich betreut. Sie verfügen über eine Waldfläche von ca. 45.000 Hektar. Im Rahmen der forstlichen Dienstleistungen werden jedes Jahr unter anderem rund 120.000 Fm im vertraglichen betreuten Privat- und Kommunalwald eingeschlagen und zur Vermarktung an die Holzvermarktungsorganisationen der Forstbetriebsgemeinschaften übermittelt.

Darüber hinaus bietet das Regionalforstamt dem privaten und kommunalen Waldbesitz weitere Dienstleistungen an, wie zum Beispiel die Übernahme von visuellen Baumkontrollen auf einzelvertraglicher Grundlage.

Mit der jährlich stattfindenden Münsterländer Wert- und Starkholzsubmission stellt das Regionalforstamt allen Waldbesitzarten in der Region eine Plattform zur Verfügung, um für hochwertiges Wert- und Starkholz marktgerechte Preise zu erzielen. Dieser traditionelle Meistgebotstermin wird seit 1965 regelmäßig durchgeführt und feierte im Jahr 2025 sein 60-jähriges Jubiläum.

Der Landeseigene Forstbetrieb bewirtschaftet im Münsterland und dem nördlichen Ruhrgebiet mit drei Forstbetriebsbezirken rund 4.600 Hektar Staatswald des Landes Nordrhein-Westfalen. Als Referenzbetrieb steht der nach PEFC und FSC zertifizierte Staatswald des Landes Nordrhein-Westfalen für eine ökonomisch erfolgreiche Waldbewirtschaftung, die zugleich sozial und ökologisch nachhaltig ist.

Jedes Jahr werden im Staatswald des Münsterlandes über alle Baumarten rund 11.000 Fm nachhaltig eingeschlagen – bei einem jährlichen Gesamtzuwachs von ca. 26.680 Fm. Der nachwachsende Rohstoff Holz wird in Form von Stamm-, Industrie- und Energieholz sowohl regional als auch überregional vermarktet.

Angepasste Wildbestände sind eine wichtige Grundlage für eine natürliche Waldentwicklung. Die Jagd hat deshalb eine besondere Bedeutung für eine vorbildliche Waldbewirtschaftung. Im Staatswald des Münsterlandes sind Reh-, Dam- und Schwarzwild mit regionalen Schwerpunkten vorhanden. Die Bejagung erfolgt in Form von Drückjagden und Einzelansitzen sowohl in Eigenregie als auch über verpachtete Jagdbezirke. Das Angebot an Jagdmöglichkeiten finden Sie hier.  Ganzjährig können beim Regionalforstamt Münsterland Wild und Wildwaren küchenfertig zubereitet erworben werden.

In zahlreichen ausgewiesenen Schutzgebieten, wie z.B. Naturwaldzellen und Wildnisentwicklungsgebieten, wird im Staatswald des Münsterlandes zugunsten einer natürlichen Entwicklung der Wälder vollständig auf eine forstwirtschaftliche Nutzung verzichtet - so hat beispielsweise in der heutigen Naturwaldzelle Teppes Viertel im Wolbecker Tiergarten seit 1906 keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr stattgefunden. In anderen Bereichen wiederum werden forstwirtschaftliche Bewirtschaftungsmaßnahmen aber auch genutzt, um schutzgebietsbezogene Erhaltungszustände zu erreichen oder zu sichern. So werden zum Beispiel im Venner Moor durch die Entfernung standortfremder Gehölze und die gezielte Wiedervernässung degradierte, aber noch renaturierungsfähige Hochmoore wiederhergestellt.

Rund 15 Prozent des Waldes im Münsterland liegt in Naturschutzgebieten, wie zum Beispiel das Bagno bei Steinfurt, die Davert im Süden von Münster oder das Venner Moor bei Senden. Schutz, Erhalt und Wiederherstellung der Lebensräume von seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten stehen hier im Vordergrund. Deshalb orientiert sich die Waldpflege dort insbesondere an naturschutzfachlichen Zielen im Rahmen der Schutzgebietsverordnungen.

In Wildnisgebieten und Naturwaldzellen, die 735 bzw. 32 Hektar des Waldes im Münsterland umfassen und insbesondere im Staatswald liegen, ruht jede forstliche Nutzung. Hier darf sich der Wald ungehindert entfalten. Begleitet wird die dort stattfindende natürliche Waldentwicklung intensiv durch wissenschaftliche Forschung, um Erkenntnisse für den Waldnaturschutz und für die nachhaltige Waldbewirtschaftung im Münsterland und darüber hinaus zu gewinnen.

Wälder werden zum Zwecke der Erholung zunehmend intensiver von der Bevölkerung besucht, auch im Münsterland führt das zu einem deutlich steigenden Erholungsdruck auf die Wälder. In Zusammenarbeit mit den Kreisen Coesfeld und Steinfurt sind deshalb im Forstamtsbereich aktuell zwei Ranger im Einsatz.

Zu den Aufgaben gehören im jeweiligen Kreisgebiet unter anderem die Aufklärung und Information der Bürgerinnen und Bürger über die Bedeutung des Waldes für den Naturhaushalt. Ebenso dazu gehören die vom Nachhaltigkeitsgedanken getragenen naturverträglichen Nutzungsmöglichkeiten von Wald und Landschaft, die ordnungsrechtliche Ahndung von Verstößen gegen Naturschutz-, Wald- und Forstgesetze insbesondere in Naturschutzgebieten sowie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Grafiken zu
Baumarten- und Waldbesitzverteilung

Grafik zeigt Baumartenverteilung des Regionalforstamtes Münsterlandes in Form eines Kreisdiagramms.
Grafik zeigt Waldbesitzverteilung des Regionalforstamtes Münsterland in Form eines Kreisdiagramms.

Hinweis: Die Grafiken basieren auf der Landeswaldinventur 2022. Infolge der Borkenkäferkalamität und der damit verbundenen Waldschäden sowie durch die Wiederbewaldung kann sich die tatsächliche Baumartenverteilung vor Ort inzwischen verändert haben.

Revierförsterinnen und - förster Ihre Ansprechpartner vor Ort