Regionalforstamt Arnsberger Wald

Das Regionalforstamt Arnsberger Wald ist eines von 15 Forstämtern von Wald und Holz NRW. In fünf Lehr- und Versuchsrevieren bewirtschaften wir 10.400 Hektar landeseigene Waldflächen zwischen Meschede und dem Möhnesee. Die Bewirtschaftung zielt auf Klimaresilienz und Ökologie der Wälder ab. Am Jugendwaldheim Obereimer bieten wir Waldumweltbildung für Kinder und Jugendliche an. 

Wenn Sie Fragen an uns haben: Melden Sie sich gern. Wir freuen uns auf Sie!

Eine Zeichnung eines rosa Gebäudes, das hinter einer Weidefläche steht. Darauf stehen fünf Pferde. Im Hintergrund sieht man einen Wald.

Unsere Aufgaben

Unsere 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landeswald entwickeln Wälder, die fit sind für das Klima der Zukunft, Raum lassen für wilde Pflanzen und Tiere und den nachhaltigen Rohstoff Holz liefern.

Am Jugendwaldheim Obereimer erleben jedes Jahr 2.000 Kinder und Jugendliche den Wald. Sie erfassen das Ökosystem und packen bei Waldarbeiten mit an gemäß Standards der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Kooperationen

Wir unterstützen die Forschung im Wald. Auf über 50 Flächen probieren Forscherinnen und Forscher des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft neue Methoden. Sie beobachten die Details der Waldentwicklung über Jahre.

In Kooperation mit dem Forstlichen Bildungszentrum lernen bei uns jedes Jahr alle Forst-Auszubildenden NRWs Techniken beim Bäume fällen, beim Bäume pflanzen und bei der Biotoppflege. Fachleute bilden sich weiter, um große Forstmaschinen zu führen. Und einige stellen sich jedes Jahr dem Meisterkurs und der Meisterprüfung. 

Für forstfachliche Zwischen- und Abschlussprüfungen der Landwirtschaftskammer NRW ist das Regionalforstamt Arnsberger Wald außerdem immer wieder Gastgeber.

Der landeseigenen Waldbesitz im Forstamt gründet sich auf im Rahmen des Reichsdeputationsausschlusses 1803 säkularisierten Klosterwald der Klöster Enste, Rumbeck, Wedinghausen, Ölinghausen und Himmelpforten. Weitere Flächen entstammen der Aufteilung der Markenwälder der Marken an Möhne, Ruhr, Wenne und Röhr. Im Jahr 2000 konnte nach Veräußerung einiger Betriebsteile die Wilhelm von Opel’sche Forstverwaltung Wilhemsruh erworben werden, so dass zwischen Meschede-Enste im Süden und dem Möhnesee im Norden ein arrondierter Block von etwa 7.000 Hektar Fläche entstand.

Ausgedehnte Buchenwälder und umfangreiche Schadflächen aufgrund der Dürrejahre 2018 bis 2020 prägen den Großteil des Forstamtsbereichs. Durch Borkenkäferbefall abgestorbenen Fichten – sogenannte Dürrständer – werden auf vielen Flächen absichtlich belassen. Das führt zu einer Reihe ökologisch höchst vorteilhafter Effekte und fördert die neue Waldgeneration. Dieser Ansatz unterscheidet das Forstamt von den meisten umliegenden Flächen.

Zum Forstamt gehört manch besonderer Waldort. So ist die Naturwaldzelle Hellerberg mit 109,85 Hektar die größte Nordrhein-Westfalens. Im 26 Hektar großen Eichholz – idyllisch gelegen auf einem Bergrücken, umflossen von einer Ruhrschleife – erholt sich manch Arnsberger gern.

Ausbildungs- und Stellenangebote
Unsere beiden Lehr- und Versuchsreviere Lattenberg und Breitenbruch sind zugleich Ausbildungsreviere. Hier erlernen jeweils vier Auszubildende unter Anleitung erfahrener Forstwirtschaftsmeister den Beruf des Forstwirts und der Forstwirtin.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Wald und Holzwirtschaft bilden wir zudem Kaufleute für Bürokommunikation aus. Außerdem bieten wir jährlich zwei Stellen für den Bundesfreiwilligendienst am Jugendwaldheim Obereimer an.

Jagdangebote

Etwa 5.000 Hektar der Forstamtsfläche werden in 23 Pachtjagden und 22 Pirschbezirken bejagt. Zudem besteht die Möglichkeit, im September und Oktober an der Kahlwildjagd und an winterlichen Drückjagden teilzunehmen. Anfragen zur Aufnahme in die Warteliste für Jagdteilnahme bearbeitet renate.assmann[at]wald-und-holz.nrw.de (Renate Assmann).

Wildfleisch

In der Regiejagd unseres Forstamtes werden Rot-, Sika-, Schwarz- und Rehwild erlegt. Dieses wird überwiegend an den Wildhandel verkauft. In der Saison können auch Privatleute ganze Stücke beim Regionalforstamt Arnsberger Wald erwerben. Wenden Sie sich dazu bitte an die zuständigen Försterinnen und Förster vor Ort. Für verarbeitete Teile empfehlen wir den regionalen Fachhandel.

Das Forstamt Arnsberger Wald ist eine große Schutzgebietskulisse. 87,5 Prozent der Wälder liegen in Naturschutz-, Vogelschutz- oder FFH-Gebieten. 11 Prozent sind als Naturwaldzellen oder Wildnisentwicklungsgebiete sogenannte Prozessschutzflächen. Hier findet keine forstliche Nutzung mehr statt. Nach Jahrhunderten der intensiven Nutzung wurden in den letzten Jahren viele Gewässerabschnitte renaturiert. Aktuell widmen wir uns im Projekt Schwammwald dem Verschluss großräumiger Entwässerungssysteme die den Wald durchziehen. Der Arnsberger Wald ist außerdem Heimat vieler seltener Tiere und Pflanzen. Neben bekannteren Vertretern wie dem Schwarzstorch befindet sich im Forstamtsbereich auch die einzige in Nordrhein-Westfalen bekannte Population des extrem seltenen schwarzen Grubenlaufkäfers (Carabus nodulosus). Das Vorkommen der scheuen Wildkatze konnte durch ein Wiederholungsmonitoring nicht nur bestätigt werden. Wir verzeichnen sogar eine erfreuliche Zunahme des pelzigen Waldbewohners. Bereits wieder eingewandert und seit 2024 dauerhaft bestätigt ist der Wolf und auch der Biber hat sich schon blicken lassen, ist aber leider weitergezogen. Einer Besiedlung der Gewässerläufe von Heve und Schmalenau blicken wir freudig entgegen. 

EU-LIFE-Projekt Bachtäler im Arnsberger Wald

Etliche Rinnsale und Bäche durchfließen den Arnsberger Wald. Ihre Auen und Moore sind Heimat für Eisvogel und Schwarzstorch, für Schwarzerle und Karpatenbirke, für Bachforelle und Groppe. Das LIFE-Projekt "Bachtäler im Arnsberger Wald" zielte darauf,

  • diese Lebensräume zu erhalten und wiederherzustellen,
  • den Wasserhaushalt der Auen und Moore zu renaturieren und
  • typische Laubwälder mit Erlen, Eichen und Buchen zu begründen.

Von 2009 bis 2014 haben die Projektpartner 30 km Bäche in naturnahen Zustand gebracht. Die Försterinnen und Förster des Regionalforstamt Arnsberger Wald beteiligten sich maßgeblich – und renaturieren auch weiterhin Bäche und Rinnsale. Im Projekt engagierten sich neben Wald und Holz NRW

  • die Stadt Meschede,
  • die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz,
  • die Biologischen Station HSK und
  • der Naturpark Arnsberger Wald.

Schwammwald-Projekt 

Mit dem Schwammwald-Projekt soll der natürliche Wasserhaushalt im Arnsberger Wald widerhergestellt werden und die Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmender Trockenheit infolge des Klimawandels steigen. Im einem ersten Bauabschnitt wurden auf einer Fläche von ca. 45 ha in der Heveaue, zwischen den Hevesee und dem Ferienpark Wilhelmsruh bereits 11 km künstlich angelegte Entwässerungsgräben zurückgebaut. Bis Ende 2028 sollen es rund 50. Ziel ist es, den schnellen Abfluss von Oberflächenwasser zu reduzieren, die natürliche Versickerung zu fördern und mehr Niederschlagswasser in der Fläche zu halten.

Grundlage des Projekts ist eine Kartierung entwässernder Strukturen im Kreis Soest. Dabei wurden 483 km Entwässerungsgräben im gesamten Arnsberger Wald identifiziert. Diese wurden in der Vergangenheit zur besseren Bewirtschaftung feuchter Waldstandorte angelegt, führen heute jedoch zu einem beschleunigten Wasserabfluss. Durch die Reaktivierung natürlicher Wasserrückhalteprozesse soll der Grundwasserspiegel langfristig stabilisiert und die ökologische Stabilität des Waldes verbessert werden.

Die Maßnahmen werden durch ein Monitoring-System begleitet, das über Grundwasser-Messstellen die Entwicklung des Wasserhaushalts dokumentiert. Zudem untersucht die Fachhochschule Südwestfalen Veränderungen in Boden, um die Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosystem zu bewerten. 

Das Projekt soll auch als Anschauungsobjekt für andere Betriebe dienen. Dass das Projekt auf großes Interesse trifft, zeigen die vielen Exkursionen ins Projektgebiet. Bei Interesse sprechen Sie uns gern an.

Das Projekt wird durch das BUMKN gefördert. Partner sind neben dem Regionalforstamt Arnsberger Wald der Kreis Soest, die Stadt Warstein und der Ruhrverband.

Umweltbildung schreiben wir groß. Der Schwerpunkt im Jugendwaldheim Obereimer liegt auf waldbezogener Umweltbildung im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) für Kinder und Jugendliche. In erster Linie sind es Schulklassen, die das Jugendwaldheim wochenweise besuchen, aber auch andere Kinder- und Jugendgruppen sind willkommen. Von geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angeleitet, finden unsere Gäste ihren ganz individuellen Zugang zum Thema Wald.

Grafiken zu
Baumarten- und Waldbesitzverteilung

Grafik zeigt Baumartenverteilung des Regionalforstamtes Arnsberger Wald in Form eines Kreisdiagramms.
Grafik zeigt Waldbesitzverteilung des Regionalforstamtes Arnsberger Wald in Form eines Kreisdiagramms.

Hinweis: Die Grafiken basieren auf der Landeswaldinventur 2022. Infolge der Borkenkäferkalamität und der damit verbundenen Waldschäden sowie durch die Wiederbewaldung kann sich die tatsächliche Baumartenverteilung vor Ort inzwischen verändert haben.

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