Waldgesundheit

Die Waldgesundheit beschreibt den Zustand des Ökosystems Wald und zeigt, wie widerstandsfähig und vital dieses ist. Das bedeutet: natürlichen Abläufe funktionieren und der Wald kann sich insbesondere von Störungen wie Stürmen oder Trockenheit erholen. 

Grüner belaubter Laubwald mit dichtem Grünbewuchs auf dem Boden.

Was macht einen gesunden Wald aus?

Ein gesunder Wald ist weit mehr als eine Ansammlung von Bäumen. Er ist eine vitale Lebensgemeinschaft, in der Pflanzen, Tiere, Pilze und unzählige Kleinstlebewesen zusammenwirken. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass der intakte Wald seine wichtigen Aufgaben erfüllen kann – etwa die Luft zu reinigen, Wasser zu speichern, Lebensräume zu bieten, das Klima zu schützen, Holz bereit zu stellen und Erholung zu bieten.

Ein Wald gilt als gesund, wenn seine natürlichen Abläufe gut funktionieren. Dazu gehört, dass junge Bäume nachwachsen, abgestorbene Bäume zersetzt werden und Nährstoffe im Boden ständig wiederverwendet werden. Ein gesunder Wald ist außerdem widerstandsfähig: Er kann sich nach Störungen wie Stürmen, Trockenperioden oder Schädlingsbefall wieder erholen und langfristig stabil bleiben.

Die Gesundheit eines Waldes lässt sich daher nicht an einem einzelnen Baum erkennen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Bestandteile des Ökosystems. Je vielfältiger und stabiler ein Wald aufgebaut ist, desto besser kann er mit Veränderungen umgehen und auch zukünftigen Herausforderungen standhalten.

Blick von oben auf braune Nadelbäume. Inmitten der abgestorbenen Bäume verläuft ein Waldweg, auf dem Personen laufen.

Welche Umwelteinflüsse wirken auf die Waldgesundheit? 

Unsere Wälder geraten unter Druck, insbesondere durch den Klimawandel. Längere Dürrephasen, häufigere Hitzewellen, starke Stürme oder die Ausbreitung von waldschädigenden Organismen können die Bäume schwächen. Treten solche Belastungen immer wieder auf oder sind sie besonders intensiv, reicht die natürliche Widerstandskraft des Waldes oft nicht mehr aus. Die Folge sind geschwächte oder absterbende Bäume und ein Verlust wichtiger Ökosystemfunktionen

In den vergangenen Jahren hat insbesondere der Wassermangel zu Stresssymptomen geführt. Denn Wälder benötigen ein ausgewogenes Verhältnis von immer wiederkehrenden Niederschlägen und somit Wasser mit darin gelösten Nährstoffen, die für die Pflanzen verfügbar sind. Wenn sich längere Trockenperioden mit Starkregen abwechseln, führt das dazu, dass Wasser schneller abfließt und nicht mehr gleichmäßig im Boden gespeichert wird. Die Bäume geraten in „Wasserstress“.

So haben die Dürresommer seit 2018 deutliche Spuren hinterlassen: zahlreiche Fichtenbestände sind großflächig abgestorben, Buchen- und Eichenwälder leiden unter Vitalitätsschwäche und in gefährdeten Gebieten ist das Waldbrandrisiko gestiegen. Zu den aktuellen Waldschutzinfomeldungen

Umwelteinflüsse, die auf den Wald einwirken sind u.a.:

  • Trockenheit oder Dürre in Kombination mit hohen Temperaturen sorgen für Wassermangel. Fehlt ihnen Wasser, sind Bäume gestresst und anfälliger für Schadorganismen, wie etwa dem Borkenkäfer.
  • Frost oder Spätfrost können die jungen Triebe und Knospen schädigen. 
  • Sturm und Windwurf sorgen für umstürzende oder abbrechende Bäume.
  • Schnee- und Eisbruch – schwere Schneelasten führen zu abbrechenden Ästen oder Kronen.

Die größten Schadereignisse der vergangenen Jahre in NRW:

  • Orkan Kyrill 2007: 16 Mio. Festmeter Sturmholz, ca. 50.000 Hektar
  • Orkan Friederike 2018: 1,4 Mio. Festmeter Sturmholz, ca. 5.000 Hektar
  • Fichtenborkenkäferkalamität 2018- 2024: 48 Mio. Festmeter Schadholz, ca. 133.000 Hektar (Vorratsverlust Fichte ca. 60 Prozent)
Nahaufnahme eines schwarzen Borkenkäfers auf einer Rinde, umgeben von feinem Bohrmehl.

Der Borkenkäfer ist seit einigen Jahren das Symbol für die Waldkrise in NRW. Besonders die Fichte, die jahrzehntelang in den mittleren und höheren Lagen eine landschaftsprägende Baumart war, ist betroffen. Durch aufeinanderfolgende trockene und heiße Sommermonate haben die Käfer ideale Lebensbedingungen gefunden.

Mithilfe des Borkenkäfermonitorings NRW verschaffen sich die Forstleute von Wald und Holz NRW regelmäßig einen Überblick über die aktuelle Borkenkäfersituation.

Wald und Holz NRW setzt auf langfristige Strategien, um die Waldgesundheit zu stärken.  Im Fokus steht die Anpassung der Wälder an den Klimawandel und die Forcierung auf den Erhalt und die Verbesserung des lokalen Wasserkreislaufes. Weitere präventive Maßnahmen umfassen Import- und Exportkontrollen, ein gezieltes Monitoring und die Einführung von Frühwarnsystemen.

Um rechtzeitig informieren zu können, wenn sich die Gesundheit des Waldes verändert, setzen wir auf: 

Das Monitoring und die Forschung von Wald und Holz NRW sind von zentraler Bedeutung für die nachhaltige Bewirtschaftung und den Schutz der Wälder in Nordrhein-Westfalen. Durch die kontinuierliche Erhebung und Analyse von Daten können fundierte Entscheidungen getroffen und gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um die Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen und ihre vielfältigen Ökosystemleistungen zu erhalten.

Die Kombination aus Prävention, Überwachung und schneller Reaktion in Katastrophenfällen macht Wald und Holz NRW zu einem starken Partner für den Waldschutz und die Erhaltung der Waldgesundheit.