Das Regionalforstamt Bergisches Land hat seinen Sitz in Gummersbach. Das Bergische Land ist in Oberberg und Rheinberg ländlich durch Wald, Wiese und Wasser gekennzeichnet. Nirgendwo sonst gibt es in Deutschland so viele Talsperren, deren Zuflüsse und Waldgürtel zugleich wichtige Naturschutz- und Erholungsräume sind. Daneben ist das Bergische Land ebenso durch ausgesprochen urbane Wälder, wie im Bergischen Städtedreieck und dem Köln-Düsseldorfer Umfeld, geprägt. So sind zwar Kanadas Wälder weiter – doch die Bergischen Wälder als regionale Klimaschützer näher. Jeden Tag kühlen filtern sie die Luft und produzieren den einzigartigen Baustoff Holz während das Team des Regionalforstamt Bergisches Land diese Funktionen täglich sichert.
Insgesamt ist das Bergische Land mit 78.000 Hektar zu 35 % bewaldet. Damit sind unsere Waldexpertinnen und Waldexperten für rund jeden dritten Quadratmeter des Bergischen Landes zuständig. In unserer täglichen Arbeit verbinden wir die waldwirtschaftlichen Belange der rund 35.000 Waldbesitzenden mit den ökologischen und gesellschaftlichen Ansprüchen an die Wälder der rund 1,8 Mio. Einwohner des Bergischen Landes. Im Zentrum steht dabei die Gesundheit des Ökosystems Wald, denn nur gesunde Wälder sind Zukunftswälder.
Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich gern. Unsere Tür steht Ihnen offen.
Unsere Aufgaben
Wir engagieren uns mit viel Leidenschaft für den Wald im Bergischen Land. Dabei sind wir vor allem in folgenden Bereichen für Sie aktiv:
- Beratung und Beförsterungsdienstleistungen für private und kommunale Waldbesitzende, insbesondere der Forstbetriebsgemeinschaften (FBGn)
- Waldbrandprävention und Katastrophenschutz - Zusammenarbeit mit den Feuerwehren
- Durchführung und Sicherstellung der landesforstgesetzlichen Regelungen und weiterer Rechtsvorschriften des Landes und Bundes wie beispielsweise Regelungen des Landesnaturschutzgesetzes oder des Bundes-Bodenschutzgesetzes
- Erhalt und Sicherung des Waldes in öffentlichen Planverfahren
- Zukunftsorientierte Entwicklung der Ökosystemleistungen der Wälder (Waldfunktionen)
- Forstliche Ausbildung (AnwärterInnen und ReferendarInnen)
- Erstellung und Umsetzung von Maßnahmenkonzepten in Naturschutzgebieten im Wald
- Umweltbildung für alle Altersgruppen in drei BNE-zertifizierten Bildungsstätten
- Projektkooperationen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E)
- Öffentlichkeitsarbeit und Wissensvermittlung über die Bedeutung des Waldes
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Die Wälder im Forstamtsbereich sind durch natürliche Gegebenheiten wie Bodenarten, Höhenlage und auch durch die Siedlungsstruktur geprägt.
Höchster Berg ist mit 519 m ü. NN die Homert bei Gummersbach. Der niedrigste Punkt mit 51 m über NN befindet sich im Tal der Wupper bei Leichlingen.
In der höher gelegenen Region des Oberbergischen Kreises waren bis vor kurzem ausgedehnte Fichtenwälder landschaftsprägend. In den tiefer gelegenen Regionen zum Rhein und zur Wupper hin prägen Laubwälder das insgesamt grün-blau- oder grün-urban geprägte Landschaftsbild des Bergischen Landes.
Die Dürrejahre 2018 – 2021 haben in Verbindung mit dem Sturm Friederike (Januar 2018) bis heute einen erheblichen Einfluss auf die Vitalität der Waldstrukturen im gesamten Bergischen Land. Am stärksten waren die älteren Fichtenwälder betroffen. Es vielen mit rund 10 Millionen Bäumen nahezu alle älteren Fichten 2018 – 2020 dem Borkenkäfer zum Opfer. Bis heute zeigen auch in den älteren Laubwäldern lichtere Kronen die Vitalitätsverluste der Dürrephase.
Mehr denn je sind die Wälder des Bergischen Landes vor den Toren Düsseldorfs und Kölns ein wichtiger Bestandteil als Puffer für Starkregen, Hitzetage und Wasserspeicher. Viel mehr noch! So produzieren die hiesigen Wälder den einzigartig nachwachsenden Bau- und Dämmstoff Holz und speichern das der Atmosphäre entzogene Kohlendioxid. Der Wald ist durch seine vielfältigen Ökosystemleistungen im Klimawandel zukünftig mehr denn je das grüne Gold vor Ort.
Dieses grüne Gold ist durch die zu Zeiten Napoleons eingeführte Realteilung im Besitz von rund 35.000 Privatpersonen. Lediglich sieben Waldbesitzende haben den Status eines Erwerbsforstbetrieb – können also von der Waldbewirtschaftung leben. Ansonsten handelt es sich im Bergischen Land um ausgesprochenen Kleinprivatwaldbesitz. Die durchschnittliche Besitzgröße beträgt 2 Hektar. Um eine Bewirtschaftung zu ermöglichen ist ein Großteil der Kleinprivatwaldbesitzenden Mitglied in einer der 31 Forstbetriebsgemeinschaften (FBGn).
Damit rücken unsere Försterinnen und Förster in den Mittelpunkt eines intelligenten und zukunftsfähigen Umgangs mit dem Wald. Sie gestalten mit Ihren Ratschlägen und Dienstleistungen gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern den Wald der Zukunft im Bergischen Land. Dieser möglichst natürlich verjüngte Wald ist bunter und artenreicher. Da wo nötig wird das Baumartenspektrum zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Wetterextremen, wie Dürrephasen oder Stürme, erweitert. Den Wald schützen durch intelligentes Nützen ist unser Motto.
Eine weitere Besonderheit des Bergischen Landes ist die unterschiedliche Siedlungsstruktur. Während der Oberbergische und Rheinisch-Bergische Kreis überwiegend ländlich geprägt sind, sind der Kreis Mettmann und die kreisfreien Städte sehr dicht besiedelt. So ist beispielsweise der Kreis Mettmann mit seinem Neandertal der am dichten besiedelte Landkreis Deutschlands. In diesen Regionen nimmt die Erholungsfunktion des Waldes einen hohen Stellenwert ein. Hier kommen unsere Rangerinnen und Ranger ins Spiel, welche als Vermittler im Spannungsfeld zwischen Erholungsraum, Waldarbeit und Artenvielfalt agieren.
„Bei uns ist Ihr Wald in guten Händen“ - Dieses Credo stellt unseren Anspruch als auch unser Qualitätsmerkmal dar. Hierfür steht unser erfahrenes Team bestehend aus 14 in der Beförsterung tägigen Kolleginnen und Kollegen gerne für Sie und Ihren Wald persönlich vor Ort bereit. Neue Waldbesitzende können sich mit Hilfe unserer Broschüre: „Startklar für den eigenen Wald" einen ersten Überblick schaffen.
Auszug unserer Leistungen für Sie und Ihren Wald:
- Die bis zu 80 % geförderte Beförsterung von aktuell 14 Forstbetriebsgemeinschaften und deren Mitgliedern. Wir bieten neben den alltäglichen Aufgaben der Beförsterung (Auszeichnung, Holzernte und -bereitstellung, Kulturbegründung, Pflege, Forstschutz) auch eine große Bandbreite an weiteren Tätigkeiten an Walderschließung – bzw. Wegebau, Wertermittlung durch Waldwertschätzungen und vieles mehr.
- Gerne bieten wir regelmäßige Waldbegänge für forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und deren Mitgliedern zu allen wichtigen Themen des Waldes an. Gerade im Privatwald muss der Hilfe zur Selbsthilfe besondere Bedeutung zugemessen werden.
- Gerne übernehmen wir für Sie die Planung, Vorbereitung, Umsetzung sowie Kontrolle von Maßnahmen im Wald. Dabei greifen wir auf ein starkes Netzwerk aus lokalen Partnern (mehreren Holzvermarktungsorganisationen, Forstunternehmern, Baumschulen, Pflanzunternehmen u.v.m.) zurück.
- Motorsägenschulung: Ob Grundlagenschulung oder individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Schulungen. Unser Schulungsteam steht für Sie bereit.
- Aufgrund der trockeneren Sommer rückt mehr und mehr die Verkehrssicherungspflicht in den Blickpunkt des Geschehens. Durch vertraglich fixierte Baumkontrollen übernehmen wir für Sie die visuelle Baumkontrolle.
- Ob Fragen in der Arbeitssicherheit, Biotopbaumkartierung oder ökonomische Auswertungen bis hin zur gesamtbetrieblichen Strategie – für all Ihre Fragen und Anliegen rund um den Forstbetrieb stehen wir Ihnen mit unserem forstökonomischen Spezialwissen und einem guten Netzwerk zur Verfügung.
Gerne nennen wir Ihnen auf Wunsch Reverenzen unserer Leistungen. Profitieren auch Sie davon.
Unsere Stärken sichern Ihren Erfolg sowie Ihre Interessen:
100-prozentige Sicherung Ihrer Eigentümerinteressen: Da wir selbst nicht in der FBG-Geschäftsführung, der Holzvermarktung oder in der forstlichen Dienstleistung (z.B. Holzernte) tätig sind, werden Ihre Eigentümerinteressen von Beginn an sowie zusätzlich durch unsere Kontrollen der für Sie eingesetzten Unternehmen sichergestellt. Die klare Aufteilung auf verschiedene Akteure schafft Transparenz. Unsere Försterinnen und Förster sichern Ihnen eine umfassende Kontrolle der durch Sie beauftragten Aufgaben die in Ihrem Wald zu. Durch eine abschließende Dokumentation halten wir für Sie und die Forstbetriebsgemeinschaft den Überblick.
Eine andauernde Vertretung garantiert Ihnen, dass unsere Dienstleistung stehts zeitnah zum Abschluss gebracht wird.
Durch eine hohe Repräsentanz können wir einen flächigen Dienstleistungs-Einsatz anbieten. Wir sind Marktführer in der Beförsterungsdienstleistung im Bergischen Land und wollen das auch bleiben.
Nicht nur im Wald sorgen wir für Nachwuchs. Jährlich bieten wir Interessierten Praktikumsplätze sowie Ausbildungsplätze für Försterinnen und Förster an.
Wie sie sehen unternehmen wir einiges damit „Ihr Wald bei uns auch in Zukunft in guten Händen ist“. Sprechen Sie uns gerne jederzeit an.
Von etwa 44.500 Hektar Schutzgebietsfläche, Naturschutz- und FFH-Gebieten, im Regionalforstamtsbereich erstrecken sich rund 12.200 Hektar auf reine Waldfläche. Hier gelten besondere Regeln bei der Bewirtschaftung und gerade die Schutzfunktion des Waldes einen besonderen Stellenwert.
Die Mitarbeitenden unseres Forstamtes stehen dem Waldbesitz bei der Bewirtschaftung und Pflege zur Seite und arbeiten dabei eng mit den unteren Naturschutzbehörden zusammen. So können die Naturschutzziele gemeinsam erreicht werden.
Forstwirtschaft und Naturschutz stehen nicht im Widerspruch zueinander, naturschutzfachliche Fragestellungen gehen bei der Bewirtschaftung auch außerhalb der Schutzgebiete immer mit einher.
Im Rahmen des sogenannten integrativen Naturschutzes setzen wir uns dafür ein den Wald sowohl als Ressourcenlieferant und Erholungsraum für die Menschen in der Region, als auch als Lebensraum für die heimische Flora und Fauna zu erhalten. Somit ist für uns ein moderner Bewirtschaftungsansatz mit einzelstammweiser Nutzung, Förderung von Ungleichartigkeit und Strukturreichtum und der Vermeidung großflächiger.
Waldbezogene Umweltbildung in den Forstbetriebsbezirken und in unseren drei Umweltbildungseinrichtungen ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. In unseren Bildungseinrichtungen arbeiten unsere zertifizierten Waldpädagoginnen, -pädagogen und Ranger mitten im Ballungsraum Rhein/Ruhr. Im Einzugsbereich unserer waldpädagogischen Einrichtungen leben ca. 2,5 Millionen Menschen.
Unsere waldpädagogischen Angebote rund um das Thema Nachhaltigkeit richten sich an Kitas, Schulen und Gruppen aller Altersklassen – immer direkt im Wald, mit allen Sinnen und als Erfahrung aus erster Hand.
Für viele Kinder bedeutet der Besuch unserer Umweltbildungseinrichtungen der erste Kontakt zum Wald.
Unsere Umweltbildungseinrichtungen:
- Das Waldinformationszentrum Steinhaus in Bergisch Gladbach: In Sichtweite des Kölner Doms sind wir eines der Besucherportale zum Königsforst. Die Dauerausstellung „Ressource Wald“ bietet spannende Einblicke in die die Ökologie und die Nutzung des Königsforstes.
Für Kitas und Schulen bieten wir hier ein breit gefächertes waldpädagogisches Programm an.
- Das Waldpädagogische Zentrum Burgholz hat seinen Sitz im Städtedreieck Wuppertal/Solingen/Remscheid. Seine besondere Lage im größten Arboretum Deutschlands macht es zu einem einzigartigen waldpädagogischen Lernort im Hinblick auf die Auswirkungen der Klimakrise auf unsere Wälder.
- Die Bergische Waldschule ist in Engelskirchen, mit einem Waldanteil von über 60% die heimliche Waldhauptstadt Nordrhein-Westfalens, beheimatet. In dem Projekt „Waldlabor“ untersuchen hier Kinder und Jugendliche alle Aspekte der Wiederbewaldung in Zeiten der Klimakrise.
Unsere Bildungseinrichtungen sind seit 2020 für die „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zertifiziert. Gekonnt werden hier Waldpädagogik und viele Aspekte der Nachhaltigkeit miteinander verknüpft. Damit leisten wir unseren Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Grafiken zu
Baumarten- und Waldbesitzverteilung
Hinweis: Die Grafiken basieren auf der Landeswaldinventur 2022. Infolge der Borkenkäferkalamität und der damit verbundenen Waldschäden sowie durch die Wiederbewaldung kann sich die tatsächliche Baumartenverteilung vor Ort inzwischen verändert haben.