Naturschutzprojekte

Naturschutzprojekte spielen eine wichtige Rolle bei der praktischen Umsetzung von Schutzmaßnahmen im Wald. Sie verbinden wissenschaftliche Forschung mit konkreten Maßnahmen vor Ort und fördern die Kooperation von Forstwirtschaft und Naturschutz.

Wildkatze sitzt auf einem Holzstapel

Der Schutz unserer Wälder ist unser zentrales Anliegen. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Naturschutz entwickeln wir deshalb vielfältige Projekte mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu erhalten, gefährdete Arten und Lebensräume zu schützen und unsere Wälder zukunftsfähig zu gestalten.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Sicherung wichtiger Ökosystemleistungen. Ökosystemleistungen bezeichnen die Leistungen des Waldes, also des Ökosystems, für den Menschen. Der Wald sorgt beispielsweise für frischen Sauerstoff, Wasser- und Bodenschutz und speichert Kohlenstoff. 
Im Projekt „BiCO2“ wurde untersucht, wie sich die Bewirtschaftung der Wälder in Nordrhein-Westfalen auf die Biodiversität und die Kohlenstoffspeicherung auswirkt. Aus den Ergebnissen entstanden Handlungsempfehlungen, die Synergien für den Klimaschutz und den Schutz der Biodiversität im Rahmen der Waldbewirtschaftung in NRW aufzeigen.

Ein weiteres Anliegen ist der Schutz gefährdeter Arten wie der Wildkatze oder dem Feuersalamander. Diese Tiere benötigen strukturreiche, naturnahe Wälder und intakte Feuchtlebensräume. Im Rahmen von Naturschutzprojekten entwickeln und pflegen wir deshalb Feuchtwälder, naturnahe Bäche und stille Gewässer. So entstehen wertvolle Rückzugsräume, die die Lebensgrundlage für diese und viele weitere Arten sichern.

Eichen-Hainbuchenwald mit ausgeprägter Staunässe

Laufende und abgeschlossene Projekte von Wald und Holz NRW

seit 2025; NABU NRW, Wald und Holz NRW und Waldbauernverband

Feuersalamander sitzt am Flussufer auf moosbedecktem Boden.

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist über weite Teile Nordrhein-Westfalens verbreitet, doch nimmt seine Gefährdung vielerorts zu: durch die Zerstörung und Fragmentierung von Lebensräumen, Veränderungen im Wasserhaushalt sowie die Ausbreitung des Amphibienpilzes Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal). Das Hauptziel des Projektes ist der nachhaltige Schutz des Feuersalamanders in NRW, da er als Schlüsselart des Amphibienschutzes gilt. Dies soll durch den Erhalt und die Optimierung natürlicher Wald- und Bachlebensräume erreicht werden, um die Resilienz der Populationen gegenüber Stressfaktoren langfristig zu stärken. Zudem ist die Vernetzung von Forschung, Behörden, Ehrenamt und lokalen Stakeholdern sowie die Entwicklung koordinierter Schutzmaßnahmen wichtig. Ein weiteres Ziel ist die Stärkung des Bewusstseins für den Schutz des Feuersalamanders.

Zur Pressemitteilung zur Unterzeichnung des Kooperationsvertrags

2025-2028; in Zusammenarbeit mit dem Kreis Soest, der Stadt Warstein und dem Ruhrverband

Mit dem Schwammwald-Projekt soll der natürliche Wasserhaushalt im Arnsberger Wald widerhergestellt werden und die Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmender Trockenheit infolge des Klimawandels steigen. Gleichzeitig werden Feuchtwälder, Niedermoore und Bachläufe renaturiert. Im einem ersten Bauabschnitt wurden auf einer Fläche von ca. 45 ha in der Heveaue, zwischen den Hevesee und dem Ferienpark Wilhelmsruh bereits 11 km künstlich angelegte Entwässerungsgräben zurückgebaut. Bis Ende 2028 sollen es rund 50 km sein. Ziel ist es, den schnellen Abfluss von Oberflächenwasser zu reduzieren, die natürliche Versickerung zu fördern und mehr Niederschlagswasser in der Fläche zu halten.

Grundlage des Projekts ist eine Kartierung entwässernder Strukturen im Kreis Soest. Dabei wurden 483 km Entwässerungsgräben im gesamten Arnsberger Wald identifiziert. Diese wurden in der Vergangenheit zur besseren Bewirtschaftung feuchter Waldstandorte angelegt, führen heute jedoch zu einem beschleunigten Wasserabfluss. Durch die Reaktivierung natürlicher Wasserrückhalteprozesse soll der Grundwasserspiegel langfristig stabilisiert und die ökologische Stabilität des Waldes verbessert werden.

Die Maßnahmen werden durch ein Monitoring-System begleitet, das über Grundwasser-Messstellen die Entwicklung des Wasserhaushalts dokumentiert. Zudem untersucht die Fachhochschule Südwestfalen Veränderungen in Boden, um die Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosystem zu bewerten. 

Das Projekt soll auch als Anschauungsobjekt für andere Betriebe dienen. Dass das Projekt auf großes Interesse trifft, zeigen die vielen Exkursionen ins Projektgebiet. Bei Interesse sprechen Sie das Regionalforstamt Arnsberger Wald gerne an.

Das Projekt wird durch das Bundesumweltministerium gefördert. 

2022-2028; BUND in Zusammenarbeit mit Wald und Holz NRW

Die Europäische Wildkatze war lange Zeit aus Nordrhein-Westfalen nahezu verschwunden, kehrt aber – dank gezielter Schutzmaßnahmen – seit einigen Jahren langsam zurück. Ziel des Projektes ist es, Lebensräume für die scheuen Tiere zu sichern, zu vernetzen und aufzuwerten. Dazu gehört die naturnahe Gestaltung von Wäldern genauso wie die Schaffung grüner Korridore, damit die Tiere sich wieder frei bewegen und ausbreiten können. 

Weitere Infos unter: Projekt "Wildkatzenwälder von morgen"

2020-2024; in Zusammenarbeit mit der NABU-Naturschutzstation Münsterland e.V. und der Universität Münster, Institut für Landschaftsökologie

Wälder sind Lebensraum zahlreicher Pflanzen-, Tier- und Pilzarten. Es handelt sich um die am wenigsten vom Menschen beeinflussten Ökosysteme in unserer heute dicht besiedelten Landschaft. Viele unterschiedliche Waldgesellschaften bieten so einen Rückzugsort für eine Vielzahl von Arten. Zudem erfüllen Wälder insbesondere in Zeiten des Klimawandels eine wichtige Funktion als Kohlenstoff-Senke, denn sowohl die Bäume als auch der Boden speichern bedeutende Mengen an Kohlenstoff. Schließlich dient der Wald auch zur Gewinnung des nachwachsenden Rohstoffs Holz, der bei nachhaltiger Nutzung ebenfalls dem Klimaschutz dient. Auch dort wird Kohlenstoff gebunden.

Ziel des von 2020 bis 2024 laufenden „BiCO2“-Projekts war es, den Einfluss verschiedener forstlicher Nutzungsintensitäten auf die Biodiversität und die Kohlenstoffspeicherung zu untersuchen. Dadurch konnten Empfehlungen für die Bewirtschaftung entwickelt werden, um ein optimales Zusammenwirken zwischen den wichtigen Waldfunktionen sicherzustellen.

Forstliche Handlungsoptionen und deren Auswirkungen auf die Biodiversität und die Kohlenstoffspeicherung im Wald

2021-2025; in Zusammenarbeit mit der Universität Osnabrück

Feuchtwälder, wie z.B. staunasse Eichen-Hainbuchenwälder oder Auenwälder, sind ökologisch von besonderem Wert. Sie bieten zahlreichen Arten einen Lebensraum, können insbesondere im Boden große Mengen an Kohlenstoff speichern und zum Hochwasserschutz beitragen. Gleichzeitig sind Feuchtwälder besonders durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet.

Im Projekt BioFeuchtHumus wurden verschiedene Feuchtwälder im Süden von Münster untersucht. Dabei ging es um die Betrachtung der Zusammenhänge zwischen Humusformen, Kohlenstoffspeicherung, Bodeneigenschaften, Bodenlebewesen, Wasserhaushalt und Vegetation. Die Humusform ist ein guter Indikator für die Umsetzungsgeschwindigkeit der Streu (Blätter, Nadeln, Zweige). Dieses ermöglicht Rückschlüsse auf die Bodenökologie, beispielsweise welche Artengemeinschaften von Regenwürmen vorkommen. 

Aus den Forschungsergebnissen wurden Handlungsempfehlungen für die Forstpraxis zum Umgang mit Feuchtwäldern im Klimawandel erarbeitet.

BioFeuchtHumus: Bodenökologie in Feuchtwäldern - Handlungsempfehlungen für die Forstpraxis 

2018-2024

Von Moosen geprägte Quellbereiche und rauschende Bäche inmitten unserer Wälder –  Mit diesen Themenbereichen beschäftigt sich das Projekt Tuff-LIFE im Regionalforstamt Hochstift.  Über zahlreiche geplante Maßnahmen wurden die ausgewählten Wasser- und Waldlebensräume in verschiedenen Projektgebieten gezielt gefördert und deren Erhaltungszustand verbessert.

2014-2020; in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Bonn / Rhein-Erft e.V.

Die Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder gehören zu den besonders schützenswerten Lebensräumen in Europa. Daher haben sich die Länder der EU verpflichtet, diese zu fördern und für zukünftige Generationen zu bewahren. Zu diesem Zweck förderten die EU und das Land NRW dieses Naturschutzprojekt zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Wälder. Die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts, der Schutz von Biotopbäumen und die Vernetzung von Lebensräumen, z.B. für Amphibien, sowie die Entwicklung von artenreichem Grünland tragen zum Schutz und Förderung dieser wertvollen Lebensräume bei.

Weitere Infos unter: www.villewaelder.de

2009-2014; in Zusammenarbeit mit der Stadt Meschede, der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz Soest, der Biologischen Station HSK und dem Naturpark Arnsberger Wald

Etliche Rinnsale und Bäche durchfließen den Arnsberger Wald. Ihre Auen und Moore sind Heimat für Eisvogel und Schwarzstorch, für Schwarzerle und Karpatenbirke, für Bachforelle und Groppe. Das LIFE-Projekt "Bachtäler im Arnsberger Wald" zielte darauf, diese Lebensräume zu erhalten und wiederherzustellen, den Wasserhaushalt der Auen und Moore zu renaturieren und typische Laubwälder mit Erlen, Eichen und Buchen zu begründen.

Von 2009 bis 2014 haben die Projektpartner 30 km Bäche in naturnahen Zustand gebracht. Die Försterinnen und Förster des Regionalforstamtes Arnsberger Wald beteiligten sich maßgeblich – und renaturieren auch weiterhin Bäche und Rinnsale.