Zecken im Wald

Im Sommer passieren zwei Dinge gleichzeitig, die schlecht zusammenpassen: Viele Menschen suchen im Wald Erholung und die Zecken vermehren sich rasant, stets hungrig auf das Blut von Säugetieren und Menschen. Hier finden Sie umfassende Informationen über die kleinen, nicht ungefährlichen Quälgeister.

Eine kleine Zecke sitzt auf einem Weizenhalm.

Wie groß ist die Gefahr durch Zecken im Wald?

Zecken kommen in nahezu allen Waldgebieten vor. Sie können Krankheitserreger übertragen, insbesondere Borrelien (Lyme-Borreliose) und in bestimmten Regionen auch FSME-Viren (Frühsommer-Meningoenzephalitis).

Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion. Selbst wenn eine Zecke Borrelien trägt, hängt das Infektionsrisiko unter anderem davon ab, wie lange sie in der Haut verbleibt. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Borreliose.

Häufig gestellte Fragen zu Zecken

Lyme-Borreliose

Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Mitteleuropa. Sie wird durch Borrelien-Bakterien verursacht. Eine frühzeitige Entfernung der Zecke kann das Infektionsrisiko deutlich reduzieren.

Typische Anzeichen können sein:

  • ringförmige Hautrötung (Wanderröte)
  • Fieber
  • Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen
  • grippeähnliche Beschwerden

Bei diesen Symptomen sollte ärztlicher Rat eingeholt und auf den Zeckenstich hingewiesen werden.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME ist eine Viruserkrankung, die das Gehirn und die Hirnhäute betreffen kann. Sie kommt überwiegend in ausgewiesenen Risikogebieten vor.

Im Gegensatz zur Borreliose werden FSME-Viren bereits unmittelbar nach dem Stich übertragen. Eine schnelle Entfernung der Zecke schützt daher nicht vor einer FSME-Infektion.

Für Aufenthalte in FSME-Risikogebieten wird eine Schutzimpfung empfohlen. Sie schützt jedoch ausschließlich vor FSME und nicht vor Borreliose.

Zecken leben bevorzugt

  • in hohem Gras,
  • in niedrigen Sträuchern,
  • an Wald- und Wegrändern,
  • auf Lichtungen,
  • entlang von Bachufern sowie
  • in warmen und feuchten Bereichen.

Sie sitzen meist in einer Höhe von bis etwa einem Meter über dem Boden und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme lassen sie sich nicht von Bäumen fallen.

Zecken sind aktiv, sobald die Temperaturen dauerhaft über etwa 8 °C liegen und ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Daher können sie – je nach Witterung – während eines großen Teils des Jahres auftreten.

Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:

  • möglichst auf den Wegen bleiben
  • hohes Gras und dichtes Unterholz meiden
  • lange Hosen und langärmelige Kleidung tragen
  • feste Schuhe tragen
  • Hosenbeine in die Socken stecken
  • helle Kleidung wählen, damit Zecken leichter erkannt werden
  • nach dem Waldbesuch Kleidung ausschütteln und abbürsten

Anschließend sollte der Körper sorgfältig abgesucht werden, insbesondere:

  • Kniekehlen
  • Achselhöhlen
  • Leistengegend
  • Bauchbereich
  • Haaransatz
  • Nacken

Eine festgesaugte Zecke sollte möglichst schnell entfernt werden.

Geeignet sind:

  • spitze Pinzette
  • Zeckenkarte
  • Zeckenzange

Dabei gilt:

  1. Die Zecke möglichst hautnah fassen.
  2. Langsam und gleichmäßig herausziehen.
  3. Nicht quetschen.
  4. Die Einstichstelle anschließend desinfizieren.

Bleibt die Einstichstelle über mehrere Tage gerötet, entzündet sich oder bildet sich eine ringförmige Hautrötung, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind mit Milben verwandt. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die häufigste Art.

Im Laufe ihres Lebens durchlaufen Zecken drei Entwicklungsstadien:

  • Larve
  • Nymphe
  • ausgewachsene Zecke

Für jede Entwicklungsstufe benötigen sie eine Blutmahlzeit von unterschiedlichen Wirten. Menschen werden vor allem von Nymphen und ausgewachsenen Zecken gestochen.

Zecken können weder springen noch fliegen. Sie warten auf Gräsern oder niedrigen Pflanzen, bis ein Tier oder Mensch sie beim Vorbeigehen abstreift.