Johannistag: die Baumart Eiche im Klimawandel
Arnsberg – Die Eiche zählt zu den prägendsten heimischen Baumarten Nordrhein-Westfalens. Angesichts des Klimawandels rückt sie zunehmend als eine widerstandsfähige Baumart in Mischung mit weiteren Baumarten in den Fokus von Forschung und forstlicher Praxis. Das neue Kompendium des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft von Wald und Holz NRW fasst die Besonderheiten und aktuelles Wissen zur Eiche kompakt zusammen.
Die Eiche ist zukunftsfähig
Die Eiche gewinnt im Klimawandel weiter an Bedeutung. Gleichzeitig steht sie vor vielfältigen Herausforderungen durch Trockenheit, Schädlinge und veränderte Umweltbedingungen. Wald und Holz NRW arbeitet daran, die heimischen Eichenbestände zu schützen, zu stärken und an die Herausforderungen anzupassen.
Mit dem neuen Kompendium „Eiche – Zukunftsbaumart und ökologisch wertvoll – Chancen, Herausforderungen & Empfehlungen“ bündelt das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft aktuelle Themen rund um die Baumart Eiche in Nordrhein-Westfalen. Das Werk vereint Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zu Ökologie, Waldschutz, Waldbau, Biodiversität sowie zur wirtschaftlichen Bedeutung und Nutzung der Eiche. Gleichzeitig liegt der Fokus auf aktuellen Herausforderungen wie Trockenstress, Schädlingsbefall und der Anpassung der Wälder an den Klimawandel.
Dabei unterstützt der Einsatz digitaler Technologien in Forschung und Wissenstransfer. Moderne fernerkundungsbasierte Monitoringverfahren im Wald sind zudem die Basis für die Früherkennung von Schäden am Baumbestand und Hotpots von Schädigungen.
Um den praxisnahen Wissenstransfer zu fördern, wurden in NRW 2017 die ersten „Marteloskope“ eingerichtet. Es handelt sich um im Wald eingerichtete Übungsflächen, auf denen man mit Hilfe digitaler Technik simulieren kann was passiert, wenn bestimmte Bäume in diesem Wald genutzt werden.
„Die Wälder stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Eiche ist dabei eine wertvolle Misch- und Zukunftsbaumart“, erklärt Thomas Wälter, Leiter Zentrum für Wald und Holzwirtschaft.
„Ziel ist es, Wissen praxisnah bereitzustellen und damit die Entwicklung stabiler und anpassungsfähiger Waldökosysteme zu unterstützen“, ergänzt Dr. Christin Carl, Teamleitung Wald- und Klimaschutz im Zentrum für Wald und Holzwirtschaft.
Forschung, Praxis und Wissenstransfer zusammen gedacht
Das Kompendium zeigt die besondere Rolle der Eiche in unseren Wäldern als Lebensraum für zahlreiche Tier-, Pilz- und Pflanzenarten ebenso wie ihre Bedeutung als hochwertiger Rohstoff und prägender Bestandteil der Kulturlandschaft. Darüber hinaus werden Lösungsansätze für klimaangepasste Mischwälder, Monitoring und Wissenstransfer vorgestellt.
Die vernetzte und interdisziplinäre Arbeit unter dem Dach des Zentrums für Wald- und Holzwirtschaft bildet die ideale Grundlage für einen umfassenden Blick auf die Baumart Eiche.
„Nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Wissen angewendet, angepasst und kontinuierlich weiterentwickelt wird“, so Thomas Wälter.
Mit dem Eichenkompendium leistet das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft einen wichtigen Beitrag dazu, aktuelles Wissen zu bündeln und den verantwortungsvollen Umgang mit einer der bedeutendsten heimischen Baumarten zu fördern. Das Kompendium und weitere Informationen sind online unter wald.nrw/zwh abrufbar.
Der Johannistrieb – ein Zeichen der Widerstandskraft
Als „Johannistrieb“ wird ein zweiter Austrieb bezeichnet, den Eichen nach einer Wachstumsunterbrechung im Frühsommer bilden können. Diese frischen Triebe ermöglichen es den Bäumen, Schäden beispielsweise durch Spätfrost oder Insektenfraß auszugleichen und ihre Krone weiterzuentwickeln. Der Johannistrieb ist ein eindrucksvolles Zeichen für die Regenerationsfähigkeit und Widerstandskraft der Eiche. Er hat ihr eine besondere Verbindung zum Johannistag am 24. Juni verliehen.
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Auf dem Gruppenbild Nr. 3 (v. l. n. r.): Thomas Wälter, Leiter Zentrum für Wald und Holzwirtschaft (ZWH); Dr. Christin Carl, Leiterin Team Wald- und Klimaschutz; Johannes Kuhlmann, Team Wald- und Klimaschutz; Dr. Carolin Stiehl, Leiterin Team Waldbau; Henning Witt, Team Waldbau; Dr. Alexander Marx, Team Wald- und Klimaschutz.