Bürener Schülerinnen und Schüler im Ringelsteiner Wald

Mehrere Kinder stehen in und um ein Loch im Waldboden herum. Sie tragen Gummistiefel und Handschuhe. Hinter ihnen steht Birte Bever

Bürener Schülerinnen und Schüler im Ringelsteiner Wald

„Mauri-Klima-Wald“ Projekt ist Best-Practice Beispiel zur Umweltbildung und Klimaanpassung

12.09.2025

Büren – Knapp 100 Schülerinnen und Schüler des Mauritius-Gymnasium haben diese Woche mit Spaten, Sägen und Schaufeln tief im Ringelsteiner Wald gearbeitet. An zwei Tagen haben die Schüler dabei alte Gräben abgedichtet, um ein Abfließen des Wassers zu verhindern.

Was vor wenigen Jahren noch als Vandalismus verfolgt worden wäre, ist heute ein gutes Beispiel für Klimaanpassung. „Früher waren diese Waldstandorte dauerhaft zu nass. Um Forstwirtschaft betreiben zu können, haben unsere Vorfahren die Wälder deshalb aus ihrer Sicht folgerichtig mit Gräben durchzogen,“ erklärt Christian Finke, Projektverantwortlicher Biologe bei der Biostation. Das Wasser floss schneller ab, die Bäume konnten besser wachsen. „Heute fehlt dem Wald das Wasser in den trockener werdenden Sommermonaten“, so Finke.

Auch das Jugendwaldheim Ringelstein von Wald und Holz NRW unterstützt das Projekt. „Wir bauen gemeinsam kleine Staudämme aus Holz in die Gräben ein. Die Bretter dafür haben wir teilweise selber im Jugendwaldheim aus Bäumen des Ringelsteiner Waldes gesägt“, so Anton Weltgen, Mitarbeiter im Jugendwaldheim. Weiteres Material wird von der Frank-Borghoff-Stiftung finanziert. Die Stiftung mit dem Schwerpunkt Naturschutz und Landschaftspflege hatte bereits 2024 die Initiative zu der Aktion der Schülerinnen und Schüler im Ringelsteiner Wald gegeben.

Im Fokus der Aktion steht die Umweltbildung. „Für die Schülerinnen und Schüler ist so ein Projekt eine einmalige Gelegenheit, selber an zupacken. Sowas vergisst man nicht“, ist Birte Brever, Mitarbeiterin der Biologischen Station Paderborn-Senne überzeugt.

Und das Wissen um konkrete Auswirkungen des menschlichen Handelns auf unsere Umwelt, ist mit Blick auf die Klimakrise und Artensterben wohl wichtiger denn je.„Wir wollen den jugendlichen aber dabei eine Perspektive geben und zeigen, dass man selber auch was bewegen kann“, betont Birte Brever. Die Verknüpfung von schulischem Wissen und praktischem Waldschutz bietet sich da an.

Die konkreten, positiven Effekte der Maßnahmen im Mauri-Klimawald werden mit jedem weiteren Projekt wirksamer werden. Mit jedem gestauten Graben bleibt mehr Wasser im Wald, was nicht nur dem Wald zu Gute kommt, sondern auch aktiver Hochwasserschutz ist. Der Waldboden kann wieder mehr CO-2 speichern und es entsteht neuer Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, die an feuchte Böden angepasst sind. 

Der „Mauri Klimawald“ ist ein gemeinsames Projekt der Biologischen Station Paderborn-Senne, dem Mauritius-Gymnasium, dem Haus Büren´scher Fonds, Wald und Holz NRW und der Frank-Borghoff-Stiftung.