Das Arboretum (arbor lat. „Baum“) Burgholz weist auf einer Fläche von etwa 200 Hektar mehr als 100 Nadel- und Laubbaumarten aus drei Kontinenten auf und stellt damit den flächenmäßig größten Anbau fremdländischer Baumarten in Deutschland dar. Gleichzeitig beinhaltet das insgesamt 540 Hektar große staatliche Waldgebiet mit seinen Naturschutzflächen im räumlichen Verbund mit kommunalen und privaten Wäldern ein überaus interessantes Naherholungsgebiet.
Anziehungspunkt für Fachleute und interessierte Laien
Auf die Reise durch einheimische, nordamerikanische, asiatische, mediterrane oder gemischt einheimische-fremdländische Waldgesellschaften begeben sich nicht nur ungezählte Erholungssuchende der Region. Im Arboretum Burgholz kann man auf den Erfahrungen im Anbau mit fremdländischen Baumarten der letzten 50 Jahre aufbauen. Diesen Wissensvorsprung wollen auch Universitäten und Landesforstverwaltungen anderer Bundesländer nutzen. Selbst internationale Arbeitskreise schätzen die waldbaulichen Erfahrungen, die im Versuchsrevier und Arboretum Burgholz gemacht worden sind.
Fremdländer mit Geschichte
Das Arboretum Burgholz blickt zurück auf eine lange Tradition mit Anpflanzungen nichtheimischer Baumarten. Seit 1820 wurden hier regionalfremde Gehölze wie die Europäische Lärche und Waldkiefer angebaut. Aus Amerika und Asien folgten um 1900 Weymouthskiefer, Amerikanische Roteiche, Douglasie und Japanische Lärche. Ausschlaggebend waren damals der schlechte Wuchs der Fichten und die schleppende Verjüngung der Buchenbestände. Weitere fremdländische Baumarten – auch und gerade zu Forschungszwecken angebaut – bereichern das Arboretum seit 1958.
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Vergleiche unter Nachbarn
Forstlich bewirtschaftet werden heute cirka 160 Hektar Bestände fremdländischer Baumarten, die als anbauwürdig oder anbaufähig erachtet werden, und cirka 55 Hektar Vergleichsbestände mit Fichte der Herkunft Westerhof. Weitere einheimischer Baumarten wie Rotbuche, Stiel- und Traubeneiche, Hainbuche und Bergahorn sind hier Nachbarn von Fremdländern wie Tulpenbaum, Sumpfzypresse, Kalifornischer Weihrauchzeder, Thuja oder Mammutbaum. Durch die kleinflächige Verzahnung der Waldflächen mit fremdländischen und heimischen Baumarten ergibt sich eine Fülle von Fragestellungen in Bezug auf das Miteinander der Tier- und Pflanzenwelt und der Dynamik der Lebensgemeinschaften. Das Arboretum Burgholz erstreckt sich über Höhenlagen zwischen 120 und 304 Meter ü. NN und ist durch ein wärmegetöntes und regenreiches Klima geprägt. Jahresniederschläge von 1100 Millimeter und Jahresdurchschnittstemperaturen von 9,5 °C mit einer Vegetationszeit von 155 bis 160 Tagen bieten für das Wachstum vieler Baumarten günstige Voraussetzungen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Die wissenschaftliche Begleitung des Arboretums erfolgt durch das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, das derzeit eine „Dokumentation und Beurteilung von fremdländischen Baumarten im Klimawandel“ erstellt. Das so genannte Fremdländer-Konzept NRW, für das Dr. Bertram Leder als Leiter der Schwerpunktaufgabe Waldbau und Forstvermehrungsgut im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald verantwortlich zeichnet, erfasst die Vorkommen und Anbauten fremdländischer Baumarten, überträgt deren Charakeristika in eine Wissensdatenbank und dokumentiert die waldbaulich-ertragskundlichen Eigenschaften.
Für ausgesuchte Baumarten werden dendrochronologische Untersuchungen (Altersbestimmung) durchgeführt, dokumentiert wird auch die Bedeutung des Totholzes fremdländischer Baumarten für die Biodiversität. Zuletzt stellt das Konzept die wachstumskundlichen Ergebnisse Vergleichsbeständen – zum Beispiel Fichte und Buche – gegenüber. Nur schlüssig, dass das Arboretum Burgholz bei den Erhebungen zum Fremdländer-Konzept eine zentrale Rolle spielt.
Wissenschaftlich untersucht werden im Arboretum Burgholz unter anderem:
- Ökologische Ansprüche und Eigenschaften der Bäume
- Wuchsleistung und Qualität der Baumarten
- Waldbauliche Behandlung der Baumarten
- Verwendung der Holzarten
Ein Schatz für Erholung und Naturerleben
Erholungssuchende kommen nicht nur aus Wuppertal, sondern aus der Gesamtregion des Bergischen Landes. Viele möchten auf einer Führung mit Försterin oder Förster mehr über die exotisch anmutende Waldlandschaft erfahren.
Das Waldpädagogische Zentrum Burgholz bietet das ganze Jahr über Veranstaltungen und Führungen für interessierte Laien an.